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Fertigparkett Fußböden aus Holz sind in Europa seit dem Mittelalter bekannt. Zunächst wurden einfach rohe Bohlen nebeneinander gelegt, dann gehobelte Dielen aus Weichhölzern. Ab dem 16. Jahrhundert entwickelte sich ein neuer, repräsentativer Bodenbelag: Das Parkett, wie wir es heute kennen.

Das 17. und 18. Jahrhundert wurden zur Blütezeit der Parkettkunst. Besonders die adlige Oberschicht des absolutistischen Frankreich ließ immer prunkvollere und aufwändigere Böden aus sogenanntem Tafelparkett verlegen. Für diese Böden wurde edles Holz aus Nussbaum, Kirsche oder Birnbaum verwendet. Durch Beizen gefärbtes Holz oder tropische Hölzer aus den Kolonien wurden benutzt um Muster, ja sogar gegenständliche Bilder und Szenen im Boden darzustellen.

Mit der einsetzenden Industrialisierung begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts auch die maschinelle Produktion von Parkett. Statt aus breiten Dielen besteht industriell gefertigtes Parkett aus schmaleren Stäben. Anfangs wurden diese Stäbe auf hölzernen Untergründen vernagelt. Doch nach dem Aufkommen der Betondecken ging man um Verkleben mit dem Untergrund über.

1947 meldete ein schwedischer Tüftler ein neuartiges Patent an: Mehrschichtparkett war der Name seiner ebenso dekorativen und wie wirtschaftlichen Erfindung. Unter dem Namen Fertigparkett ist diese Art von Parkett heute überall in Deutschland bekannt. Seit Jahren ist dreischichtiges Parkett der bei uns am häufigsten verlegte Holzboden.

Seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Oberflächen-Versiegelung von Fertigparkett-Elementen perfektioniert. Gleichzeitig wurden immer neue Einsatzbereiche erschlossen. Moderne Fertigparkettböden sind ein wirtschaftliches und pflegeleichtes Naturprodukt, das inzwischen vom privaten Wohnbereich, über den Objektbereich bis hin zu industriell genutzten Flächen eingesetzt wird.

Der Aufbau von Fertigparkett lässt sich in 2- und 3-Schichtparkett unterscheiden. Das Verhältnis von Preis und Leistung ist in jedem Falle sehr gut. Die Produktpalette beim Fertigparkett ist breitgefächert: Von der Stabparkett-Optik, über den Schiffsboden bis hin zur Landhausdiele ist alles erhältlich. Selbst die Länge und Breite der einzelnen Elemente lässt sich variieren.

Die oberste Schicht, bestehend aus edlem Massivholz, ist nur wenige Millimeter dick. Diese Deckschicht des Fertigparketts wird mit weiteren Schichten verleimt, die zur Stabilisation dienen. Auch als Nutzschicht bekannt, sorgt die Deckschicht für eine gelungene Optik des Bodens. Die Wahl der Oberflächenstruktur ist daher reine Geschmackssache. Die Auswahl von verschiedenen Holzsorten für die Deckschicht ist sehr umfangreich und hält für jeden Geschmack etwas bereit. Empfehlenswert ist eine Dicke von mindestens 3mm für die Nutzschicht. Denn je dicker die Nutzschicht, desto häufiger lässt sich der Bodenbelag renovieren.

Die Trägerschicht, auf der die Nutzschicht befestigt wird, besteht meist aus billigerem Holz. Häufig wird hierfür Fichte und andere Nadelhölzer, aber auch Sperrholz verwendet. Die verwendete Holzart entscheidet auch über die Belastbarkeit des Bodenbelags. Daher bieten einige Hersteller Fertigparkett auch mit Hartholz als Trägerschicht an.

Vorteilhaft an Fertigparkett ist, dass sich aufgrund des mehrschichtigen Aufbaus das Aufquellen und Schwinden des Holzes bis zu 50% reduzieren lässt. Bei Bodenbeläge aus Massivholz kommt es daher viel schneller zur Bildung von unschönen Fugen.

Besonders dreischichtiges Fertigparkett eignet sich auch zur schwimmenden Verlegung. Das Parkett muss dabei nicht vollflächig mit dem Untergrund verklebt werden, sondern kann lose mit einem Klicksystem oder Nut und Feder miteinander verbunden werden. Im Gegensatz zur Nut-Feder-Variante benötigt das einfache Klicksystem keinerlei zusätzliche Verleimung.

In den meisten Fällen ist eine Trittschalldämmung bereits in den Fertigparkettboden integriert, was zusätzliche Kosten erspart und ein angenehmes Raumklima schafft. Da die Nutzschicht werkseitig bereits schon lackiert und geölt ist, benötigt diese nach der Verlegung keine zusätzliche Behandlung und kann sofort genutzt werden.

 


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