Die Wiege des des Laminat steht in einer kleinen Stadt in der Lausitz. In Spremberg entwickelte die Firma Römmler 1930 einen sogenannten „Schichtpressstoff“ mit dekorativer Oberfläche. Später setzte sich für dieses Produkt der Name Laminat durch.
Grob vereinfacht besteht Laminat aus harzgetränkten Zellstoffschichten die unter starkem Druck und hoher Temperatur miteinander verpresst werden. Die Oberfläche bildet meist eine dekorative Schicht mit ansprechender Optik, die dann noch mit mehreren durchsichtigen Schutzschichten überzogen wird.
Die auf diese Weise hergestellten Platten besitzen eine besonders dichte Oberfläche, die schlag- und abriebfest ist. Sie widersteht kurzzeitig auch hohen Temperaturen, beispielsweise glühenden Zigaretten oder heißen Topfunterseiten. Die Oberfläche von Laminat ist leicht zu reinigen und pflegeleicht. Außerdem ist sie geruchsneutral und unempfindlich gegen Alkohol bzw. organische Lösemittel sowie die Einwirkung von Wasserdampf und Wasser.
Versehen mit diesen Eigenschaften trat das Laminat seinen Siegeszug an. Besonders für Anwendungen in der Küche gewann es rasch an Bedeutung. So wurden Arbeitsplatten und Küchenfronten aus Resopal, einer bekannten deutschen Laminat-Marke, beinahe so etwas wie ein Standard.
Die eigentliche Geburtsstunde des Laminat-Fußboden schlug beinahe 50 Jahre nach der Entwicklung des Laminat und seinem anschließenden Siegeszug als Arbeitsplatte. 1977 wurde erstmals eine Laminatschicht mit holzähnlicher Optik fest mit einer Holzfaser-Platte verbunden und konnte so als Bodenbelag verlegt werden.
Ähnlich der Resopal-Platte wurde auch der Laminat-Fußboden zur Massenware und so zum kommerziellen Erfolg für die industriellen Hersteller. Wurden zu Beginn der 1990er Jahre noch 500.000 m² Laminat-Fußboden verlegt, sind es inzwischen etwa 50 Millionen. Als billiger Fußboden, besonders für Mietobjekte, verdrängte Laminat immer mehr den gewohnten Teppichboden.
Die positiven Eigenschaften eines Laminat-Fußboden schreien einem heute von den Werbetafeln aller großen Baumarkt-Ketten entgegen. Am bedeutendsten und stets an allererster Stelle genannt: Der Preis. Laminat-Fußboden ist extrem günstig. Dazu gesellen sich die Attribute „leicht zu verlegen“, „pflegeleicht“ und „belastbar“.
Niemand wird ernsthaft diese Eigenschaften in Frage stellen. Aber Laminat ist wahrlich kein Wunderboden. Der zunächst günstig erscheinende Preis kann sich leicht ins Gegenteil verkehren und manche der genannten Eigenschaften haben durchaus auch eine Kehrseite.
Gegen die Wirtschaftlichkeit von Laminat-Fußboden spricht besonders, dass es unmöglich ist einen Fußboden aus Laminat zu renovieren, sprich abzuschleifen. Dazu ist die Dekorschicht, die ja nur aus wenigen Zellstoff-Lagen (Papier) besteht, einfach zu dünn. Ein Fußboden aus Holz kann mehrmals abgeschliffen werden und erstrahlt hinterher immer wieder in neuem Glanz. Ist ein Laminat-Fußboden verwohnt ist er ein Fall für den Plastikmüll.
Ganz richtig: Laminat kann nicht als natürlicher Abfall entsorgt werden. Zwar besteht die Trägerschicht meist entweder aus Pressspan oder Holzfaser, aber die verwendeten Harze und Oberflächenversiegelungen beeinhalten jede Menge Synthetik.
Auch was Wohnkomfort und Raumklima betrifft, gerät ein Fußboden aus Laminat rasch ins Hintertreffen. Er ist sehr hart und seine Oberfläche fühlt sich, auch wenn sie Poren und Struktur von Holz imitiert, wie Plastik an. Anders als ein Holzboden kann ein Laminat-Fußboden auch das Raumklima nicht positiv beeinflussen. Dazu fehlt ihm beispielsweise die angenehme Oberflächentemperatur (Laminat-Fußboden ist sehr fußkalt) und die Fähigkeit Feuchtigkeitsschwankungen der Raumluft auszugleichen.
Die vielgepriesene Belastbarkeit der Oberfläche kann einen besonders unschönen, aber leider häufigen Schaden nicht verhindern. Die Reinigung von Laminat-Fußboden mit Wasser gestaltet sich sehr kritisch. Denn egal, wie gut die Fugen verklebt werden, irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem Wasser eindringt. Im Gegensatz zu natürlichen Böden steckt ein Laminat-Fußboden das keineswegs gut weg. Die Trägerplatten beginnen zu aufzuquellen – hässliche Fugen sind die Folge. Entgegen der Versprechungen der Werbung ist ein Laminat-Fußboden also keinesfalls besonders belastbar und beständig. Im Gegenteil: Seine künstlich erzeugte Optik bekommt allzu schnell Risse.
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